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Distance Vector Protokoll am Beispiel RIP

Einführung

RIP, in Bezug auf Netzwerke, steht für Routing Information Protocol. Es ist ein Distanzvektor-Routingprotokoll, das in IP-Netzwerken verwendet wird, um den besten Pfad für Datenpakete zwischen Routern zu bestimmen. Es ist eines der ältesten Routingprotokolle und wird hauptsächlich in kleineren, überschaubaren Netzwerken eingesetzt.

Ziele

  • Routingtabellen mittels dynamischen Routing pflegen
  • Ein einfaches Distance-Vector Protokoll einrichten

Kompetenzzuordnung

NWTK Switching und Routing

  • grundlegende Routingaufgaben erklären und in kleinen Netzwerken statisches Routing einsetzen

Voraussetzungen

  • Packet Tracer installiert
  • Basiskonfiguration Router durchgeführt

Detaillierte Aufgabenbeschreibung

Wir betrachten die Netztopologie wie unten dargestellt.

Gerät Schnittstelle IP Subnetmaske
R1 G0/1 172.(Katalognummer).10.1 255.255.255.0
R1 S0/0/0 10.(round(Katalognummer/3).1.1 255.255.255.252
R2 G0/0 209.(Katalognummer*3).201.1 255.255.255.0
R2 S0/0/0 10.(round(Katalognummer/3).1.2 255.255.255.252
R2 S0/0/1 10.(round(Katalognummer/3)+1).2.2 255.255.255.252
R3 G0/1 172.(Katalognummer).30.1 255.255.255.0
R3 S0/0/1 10.(round(Katalognummer/3)+1).2.1 255.255.255.252
PC-A NIC 172.(Katalognummer).10.3 255.255.255.0
PC-B NIC 209.(Katalognummer*3).201.2 255.255.255.0
PC-C NIC 172.(Katalognummer).30.3 255.255.255.0

Aufgabe Grundkompetenz:

Teil 1: Aufbauen des Netzwerks

Wichtig: Stelle sicher, dass die Konfigurationen der Router und Switches gelöscht wurde und keine Startkonfigurationen vorhanden ist.

Teil 2: Konfigurieren des RIPv2-Routings

  • Konfiguriere RIPv2 auf den Routern, und vergewissere dich, dass das Protokoll einsatzbereit ist.

    • Aktiviere RIPv2 (version 2)

    • Führe den Befehl network aus, um die entsprechenden verbundenen Netzwerke hinzuzufügen.

    • Das Netzwerk 209.(Katalognummer*3).201.1 darf dabei nicht angekündigt werden.

    • Konfiguriere eine passive Schnittstelle (passive-interface) auf jenen Interfaces über die keine Routing Updates verteilt werden sollen. Der Befehl weist die angegebene Schnittstelle an, keine Routing-Updates zu senden. Auf diese Weise kann unnötiger Routing-Datenverkehr im LAN vermieden werden. Das Netzwerk, zu dem die angegebene Schnittstelle gehört, wird jedoch weiterhin in Routing-Updates angekündigt, die über andere Schnittstellen gesendet werden.

Teil 3: Analysiere den aktuellen Status des Netzwerks.

  • Analysiere die Routing-Tabelle (show ip route).
  • Führen den Befehl show ip interface brief aus, um den Status von den zwei seriellen Verknüpfungen zu überprüfen.
  • Können Sie von PC-A einen Ping zu PC-B senden? Warum?
  • Können Sie von PC-A einen Ping zu PC-C senden? Warum?
  • Können Sie von PC-C einen Ping zu PC-B senden? Warum?
  • Können Sie von PC-C einen Ping zu PC-A senden? Warum?
  • Verwende die Befehle debug ip rip, show ip protocols und show run, um sich zu vergewissern, dass RIPv2 ausgeführt wird. Welche Informationen zu RIP werden mit dem jeweiligen Kommando dargestellt?
  • Führe anschließend den Befehl undebug all aus.

Teil 4: Automatische Zusammenfassung deaktivieren

  • Deaktiviere die automatische Zusammenfassung (no auto-summary). Deaktiviere dies auf allen Routern. Die Router fassen jetzt keine Routen mehr an wichtigen klassenbasierten Netzwerkgrenzen zusammen.

  • Anschließend mit dem Befehl clear ip route * die Routing-Tabelle auf allen Routern löschen.

  • Analysiere die Routing-Tabelle erneut. Vergleiche die Routing-Tabelle mit jener die du zuvor angesehen hast. Was hat sich verändert und wieso? Beantworte die Fragen aus Teil 3 erneut.

Teil 5: Konfigurieren und verteilen einer Standardroute für den Internetzugriff.

  • Erstelle auf R2 eine statische Route zum Netzwerk 0.0.0.0 0.0.0.0 mit dem Befehl ip route. Diese Route leitet sämtlichen Datenverkehr mit unbekannter Zieladresse an PC-B weiter. Dort wird das Internet simuliert, indem ein Gateway of Last Resort auf R2 definiert wird.

R2(config)# ip route 0.0.0.0 0.0.0.0 209.(Katalognummer*3).201.2

  • R2 kündigt eine Route zu den anderen Routern an, wenn du den Befehl default-information originate zur entsprechenden RIP-Konfiguration hinzufügst.

R2(config)# router rip R2(config-router)# default-information originate

  • Überprüfen die Routing-Konfiguration mit show ip route.
    • Woran kannst du in der Routing-Tabelle erkennen, dass das in Subnetze untergliederte gemeinsame Netzwerk von R1 und R3 einen Pfad für den Internet-Datenverkehr enthält?
    • Wodurch wird der Pfad für den Internet-Datenverkehr in der Routing-Tabelle angegeben?

Teil 6: Überprüfe die Konnektivität

  • Sende Pings von PC-A und PC-C nach 209.(Katalognummer*3).201.2, um Datenübertragungen in das Internet zu simulieren. Waren die Ping-Tests erfolgreich?
  • Vergewissern dich, dass die Hosts in dem in Subnetze untergliederten Netzwerk einander erreichen können, indem du Pings zwischen PC-A und PC-C sendest. Waren die Ping-Tests erfolgreich?

Beispiel für R1

Die folgenden Befehle müssen über die CLI eingegeben werden.

R1>enable
R1#>config t
R1(config)# router rip
R1(config-router)# version 2
R1(config-router)# passive-interface g0/1
R1(config-router)# network 172.30.0.0
R1(config-router)# network 10.0.0.0
R1(config-router)# no auto-summary
R1(config-router)# end
R1# clear ip route *
R1# show ip route
R1# show ip protocols
R1# show ip interface brief
R1# debug ip rip
...

Aufgabe Erweiterte Kompetenz:

Teil 7: Anpassen der Geschwindigkeiten

Ergänze eine zusätzliche Verbindung zwischen R1 und R3.

Wähle eine Geschwindigkeit die ein vielfaches der seriellen Verbindungen zu R2 sind.

Überlege dir selbständig eine Addressierung.

  • Wie verändert sich die Routingtabelle?
  • Was passiert wenn die Verbindung zwischen R2 und R3 ausfällt?

Fragestellungen

Im Rahmen dieser Übung beantworte folgende Fragestellungen:

  • Was versteht man unter dem „Count-to-Infinity“-Problem und wie kann es gelöst werden?
  • Wie wirkt sich die Periodizität der Routing-Updates auf die Netzwerkeffizienz aus?
  • Was passiert, wenn ein Router in einem Distance-Vector-Netzwerk falsche Informationen sendet?
  • Wie lange dauert es, bis sich ein Distance-Vector-Netzwerk nach einer Topologieänderung stabilisiert?
  • Welche Rolle spielt die Metrik (z. B. Hop Count) bei Distance-Vector-Protokollen und welche Einschränkungen hat sie?

Abgabe

Siehe allgemeine Abgaberegeln.

Die durchgeführten Tätigkeiten und gewünschten Elemente müssen in einem Protokoll zusammengefasst werden. Die Fragestellungen sollen ebenfalls in diesem Dokument bearbeitet werden.

Das Protokoll ist eingescannt als ein PDF File zusammen mit dem Packet Tracer Projektfile auf moodle abzugeben.

Bewertung

  • Gruppengröße: 1 Person
  • Maximale Punktezahl Grundkompetenz: 2
  • Zusätzliche Punkte erweiterte Kompetenz (vollständige GK ist Voraussetzung): 1
  • Maximale Punkteanzahl bei verspäteter Abgabe (<= 1 Woche): 1
  • Maximale Punkteanzahl bei verspäteter Abgabe (> 1 Woche): 0,5

Quellen

Pre-Read Material

Datei Typ Größe Geändert
📕 PreRead Material - RIP.pdf .pdf 922.07 KB 2026-05-05 06:42

Attachments

Ordner nicht gefunden: 2nd year/RIP/Attachments


b9bf93b May 05, 2026 08:41:16 by Berndt Sevcik